Re: Funktionsweise - Displays: 3D ohne Brille

> *gleichmalaufdenwunschzettelsetz*
So schreibt einer, der Geld genug hat, um zum Testfahren des neuen
Jaguars einfach mal das Modell einfliegen läßt, wenn es in Europa
nicht verfügbar sein sollte.
> aber wie soll das mit der barriere denn funktionieren?
3D-Sehen besteht aus den Komponenten Erfahrung (daher optische
Täuschungen) und Stereosehen. (Stereo heisst “Raum”, nicht “zwei” -
kommt hier aber wieder aufs Gleiche hinaus)
Du hast zwei Augen, die alles in der näheren Umgebung in einem
anderen Winkel zueinander sehen[1]. Die Differenz zwischen beiden
Bildern, die im Gehirn ankommen, ermöglichen dir eine genaue
räumliche Zuordnung aller Objekte im Nahraum.
Leute mit nur noch einem funktionierenden Auge haben da ziemliche
Schwierigkeiten, weil diese Rauminformation wegfällt. Mit einer
Augenklappe kann man testen, wie gut man noch die Türklinke erwischt
oder Tennis spielt. Das mit dem Autofahren lassen wir aber lieber.
Alle 3D-Darstellungen erzeugen somit für ein Auge ein anderes Bild
als für das andere Auge.
Die “Barriere” ist eine Folie mit senkrechten Rillen. Durch die
Lichtbrechung gelangen jeweils nur eine von zwei (oder mehreren)
benachbarten Pixel-Spalten des Bildes an je ein Auge. Man überträgt
also die Bildinformation von zwei Bildern.
Am bewährtesten sind konische, Konvex-Rillen, im Querschnitt sehen
sie aus wie Kuppeln. Diese vergrößern wie Lupen virtuell eine
bestimmte Pixelspalte auf volle Breite einer “Kuppel”.
Die Form ermöglicht es, noch weitere Bilder zu “integrieren”, somit
hat man auch einen räumlichen Eindruck, wenn man sich nach links und
rechts vom Bildschirm bewegt.
[1] Das hüpfende Daumen-Deppen-Experiment
Setz’ dich an einem öffentlichen Platz, z.B. in die U-Bahn, und
streck’ deinen rechten Arm voll aus vor deiner Nase, den Daumen nach
oben.
Mach’ nun abwechselnd je das linke und das rechte Auge zu - was
siehst
du: dein Daumen hüpft hin und her, obwohl du deinen Arm nicht
bewegst. Die Parallaxenverschiebung durch die Position deiner Augen
führt dazu, dass du mit jedem Auge ein anderes Bild siehst, nämlich
deinen Daumen aus unterschiedlichen Winkeln.
Um deine erstaunliche Erkenntnis nun allen begreiflich zu machen,
brich’
das Experiment nicht ab. Entlasse ein zufriedenes “Glhh”,
bewege deinen Oberkörper mit dem wechselnden Schließen und Öffnen
deiner Augen hin und her, wie ein Slalomläufer, immer heftiger, bis
du deine Sitznachbarn mit deinen Ellenbogen geweckt hast.
Steh dann auf, schlage mit immer fahrenderen Bewegungen um dich,
versuche möglichst deinen hüpfenden Daumen zu besänftigen, und seinen
Attacken aus zu weichen, ohne aber auf die Idee zu kommen, das
wechselnde Öffnen und Schließen der Augen einfach sein zu lassen und
das Ganze so lange, bis beherzte Passanten sich auf dich stürzen, auf
den Boden drücken, und dich in polizeilichen Gewahrsam übergeben.
Du kannst deinen Augen jetzt Entspannung gönnen.

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