Die übliche dunkelrosa Brille - Regimewechsel erwünscht
brilleängige Zeitungen und Medien existieren allerdings auf der Insel
nicht, es gibt nur die offizielle Parteizeitung Granma und ähnliches,
aber inwieweit die spezielle Situation Kubas das rechtfertigt, wagen
wir nicht zu beurteilen.”
Aha.
Warum Kubaner, die ein paar Zeilen ohne Regierungsgenehmigung
veröffentlichen, 15 Jahre Knast bekommen, wagen diese Leute sicher
auch nicht beurteilen. Wo die Situation Kubas doch so speziell ist.
Und dann das:
“Seit einigen Jahren gibt es Bauernmärkte, auf denen Obst, Gemüse,
Fleisch u. a. angeboten wird.”
Ja die gibt es, doch dass 5 Tomaten dort einen Wochenlohn kosten, ist
dem Schreiber wohl entgangen.
“Die Kubaner sind sehr stolz, dass es bei ihnen keine
Zweiklassenmedizin gibt”
Die Unterschiede zwischen Dollar- und Pesokrankenhäusern ist dem
Schreiber wohl nicht aufgefallen.
“Noch mehr verdienen die Beschäftigten im Tourismusbereich durch
Trinkgelder, denn bekommt jemand pro Tag nur einen Peso Convertible
(der kubanischen Parallelwährung für Touristen, die statt dem Dollar
eingeführt wurde und mit diesem 1:1 steht, ein Convertible entspricht
24,00 Pesos), dann ist das mehr als ein Chirurg oder Spitzenbeamter
verdient. Dadurch entsteht auch eine gewisse Unzufriedenheit, doch
nach Meinung unseres Freundes Eduardo Martinez ist das kein großes
Problem, weil ein Teil der Trinkgelder für die Krebsforschung oder
für Behinderten-Kinderheime u.a. gespendet wird.”
Wie schön, nur in der Regel Unsinn. Trinkgelder, die nicht persönlich
in die Hand gedrückt werden, gehören dem Staat, und das meiste der
armseligen Trinkgelder, die dem Kellner oder dem Zimmermädchen
persönlich überreicht werden, muss abgegeben werden. Spenden sind
meiner Definition nach immer noch freiwillig.
Naja, die übliche “Informationsreise” unter den Fittichen der
kubanischen Regierung: da lernt man viel schönes kennen.
Man hätte natürlich auch mal unbegleitet durch die Straßen von Centro
Habana laufen können und mit den Leuten reden können,